Dr. Ingo W. Wolff

Klimawandel in NRW

Klimawandel vor der eigenen Haustür

Termin: 14.11.2019

Der anthropogene Klimawandel ist auch in NRW und den Regionen voll angekommen. Spätestens nach den letzten beiden Jahren sollte das nicht nur Experten klar sein.

Anhand von Klimadaten für das Niederrheinische Tiefland wird dargestellt, wie sich das Klima seit Beginn der Wetteraufzeichnung flächendeckend verändert hat. Darüber hinaus werden, zugeschnitten für diese Großlandschaft, die zukünftigen Klimaszenarien vorgestellt. Dabei wird ganz lokal der Unterschied zwischen einer Welt, in der das Pariser Klimaabkommen eingehalten wird, gegenübergestellt mit möglichen Szenarien, in der die Anstrengungen für mehr Klimaschutz gescheitert sind. Nach der Vorstellung der bereits beobachteten und projizierten Klimaveränderungen für die Region werden die Folgen dieser Veränderungen diskutiert. Neben ganz allgemeinen Auswirkungen wie ein sich abschwächender Jetstream und daraus resultierenden Wetterextremen werden konkrete Beispiele aus dem Klimafolgenmonitoring NRW vorgestellt, die zum Teil eindrucksvoll die Folgen der Klimaveränderungen vor Ort belegen. Um die unausweichlichen Folgen des anthropogenen Klimawandels für die Region zu dämpfen sind neben massiven Klimaschutzbemühungen, die sich am Restbudget-Ansatz orientieren müssen, auch Klimaanpassungsmaßnahmen sehr wichtig. Die wichtigsten Maßnahmen zur Klimaanpassung werden anhand von best practice Beispielen vorgestellt. Zum Schluss ändert sich die Perspektive und der anthropogene Klimawandel wird in Bezug gesetzt zur geologischen Zeitskale und globalem Maßstab. Erst hier wird deutlich, wie fundamental und in welch kurzer Zeit der Mensch das Klimasystem bereits unwiderruflich für Jahrtausende verändert hat und was für die Menschheit auf dem Spiel steht, sollte sie nicht radikal umschwenken und in kürzester Zeit CO2 neutral werden und damit beginnen, CO2 aktiv aus der Atmosphäre dauerhaft zu binden. Noch können wir eine dystopische 4 °C Welt verhindern, aber die Zeit läuft ab!

Zur Person:

Geographie-Studium auf Diplom an der Universität Bonn (2006), Spezialisierung auf Hochgebirge, polare Regionen und Gletscher.

Erfahrung als freiberuflicher Geograph im Bereich GIS gesammelt.

PhD-Stipendium an der Aberystwyth University, Wales, am Centre for Claciology mit familiär bedingt etwas späterer Promotion mit der dreidimensionalen Rekonstruktion des letzteiszeitlichen patagonischen Inlandeises (2016).

Mitarbeiter der Grünen Landtagsfraktion NRW im Bereich Bergbausicherheit.

Dezernent für Klimawandel und Klimaanpassung am LANUV NRW seit 2016.

Verheiratet, 2 Kinder.

Versucht trotz beruflichen Blick in den Abgrund optimistisch zu bleiben.